Letzte Woche kontaktierte mich ein Software-Ingenieur bezüglich Bewerbungsfotos und Profilbildern. Es ging um eine Projekt-Leitungsfunktion. Am Telefon besprachen wir gemeinsam die Zielrichtung und ich gab ihm ein paar zusätzliche Tipps zu Kleidung und Vorbereitung. Als er zum Termin dann kam, freute er sich, direkt bei uns am Studio parken zu können. Das ist ja keine Selbstverständlichkeit, wie er sagte. Er hatte es wohl schon anders erlebt – nicht bei uns – dass er von einem Parkhaus seinen Kleidersack quer durch die halbe Stadt schleppen musste. Was natürlich nicht sehr angenehm ist.
Nachdem wir nochmal gemeinsam beim Briefing im Studio die Bildideen und Vorgehensweisen durchsprachen, gingen wir zum Kleidersack und checkten die mitgebrachte Businesskleidung. Ich sprach 1-2 Empfehlungen für ihn als Software-Ingenieur aus und wir schauten noch kurz im Naturlicht wie die Kleidung zu seinem Haut-/Haartypus passt. Perfekt, so konnten wir starten.
Beim Fotoshooting selbst fotografierten wir verschiedene Profilseiten von ihm in verschiedenen Lichteinstellungen und in Positionen, die zu seinem Körpertypus gut passen. Für manche sehr gute Bilder muss man auch ein bisschen etwas dafür tun, was Körperhaltung und verschiedene Aufnahmepositionen betrifft. Ich zeigte im zwischendurch ein paar Bilder und wir gingen anschließend in die Analyse der Bewerbungsfotos.
Bei der Analyse gebe ich meinen Kunden für Bewerbungsfotos nochmal Tipps und Anregungen, was für welchen Zweck gut passt oder auch welches Bild vielleicht für bestimmte Zwecke nicht so sinnvoll ist. Es geht hier manchmal auch um Formate. Herr M. freute sich über den Input und verabschiedete sich. Nach seiner Auswahl bearbeitete ich seine Bilder. Wichtig war ihm dabei – wie den meisten meiner Kunden – dass die Bearbeitung sehr natürlich ist, sodass man ihn danach noch gut wiedererkennt.
Zum Thema Bearbeitung bei Bewerbungsfotos möchte ich an dieser Stelle noch etwas mir sehr Wichtiges darstellen: Eine natürliche Bearbeitung von Bewerbungsfotos bedeutet für mich nicht, dass ich dabei weniger retuschiere – eher sogar das Gegenteil. Es ist eine sehr individuelle Retusche, die im Grunde wirklich bei jedem anders ist. Denn was bei dem einen sinnvoll ist, wegzumachen, ist beim anderen Gesicht wiederum besser zu belassen. Eine sehr feindetaillierte Retusche eines erfahrenen Portraitfotografen ist immer weitaus aufwendiger als bspw. ein Filter oder ähnliches. Doch das lohnt sich in jedem Fall. Denn die Personen sehen besser aus, bleiben aber natürlich und authentisch. Heute wichtiger denn je.
Wer sich bewirbt, der macht Werbung – und zwar für sich selbst. Und ich sage gleich an dieser Stelle: Hoffentlich richtig gute Werbung, die Personalentscheider anspricht und zu einer Einladung oder zu einem Gespräch bewegt. Dann ist der erste Schritt gelungen. Die gesamte Bewerbung ist mit Anschreiben, evtl. Deckblatt, CV / Lebenslauf und weiteren Infos schon ein kleines Werk, das sich lohnt, genauer anzuschauen, bevor man es wegschickt.
Klar, wer eine Programmiersprache beherrscht, die gerade auf der Welt sonst keine andere Person beherrscht, muss keinen besonderen Aufwand betreiben. Name, Bild drauf und Telefonnummer hinterlassen. Die Welt wird sich schon melden. Aber für alle anderen Sterblichen unter uns, die sich gemeinsam mit anderen auf eine interessante Stelle bewerben, sollten ein paar Grundsätze beachten. Ich habe Euch einen kleinen Ausschnitt dazu, hier in Kürze zusammengestellt:
Bewerbungsfotos Stuttgart Bewerbungsbild
Die ersten Sätze des Anschreibens
Es ist wie bei einer guten CD. Der erste Song ist nicht ganz unwichtig. Mit dem beginnt alles und man gewinnt schnell einen ersten Eindruck der Musik. Vergleichbar ist das mit den ersten Sätzen eines Bewerbungsanschreibens. Hier kann gleich zu Beginn Interesse wecken oder man kann ein langes Gähnen im Gesicht des Personalers erzeugen. Sätze, die sie / er schon hundert mal gelesen hat. Wer es hier schafft, vielleicht mit einer besonderen Ouverture gleich zu Beginn das Interesse zu wecken, der sammelt in jedem Falle Interessepunkte. Es ist vergleichbar mit einem interessanten stimmigen Bewerbungsfoto. Das zieht ebenfalls die Aufmerksamkeit an und man merkt sich die Person schon einmal vorab.
Bild auf Deckblatt oder Lebenslauf ?
Das Deckblatt gibt es ja nun schon seit einigen Jahren und erfreut sich großer Beliebtheit, da es der eigenen Kreativität des Bewerbers Raum verleiht. Dennoch wird auch sehr oft das Bild im Lebenslauf – entweder ganz klassisch rechts oben – oder oben in der Mitte des Blattes platziert (besonders wenn es sich um ein interessantes Querformat handelt). Der Lebenslauf war lange Zeit relativ starr geprägt, hat sich aber im Laufe der Zeit – ähnlich dem Deckblatt – zu einem interessanteren abwechslungreichen Layout entwickelt.
Der Lebenslauf
Die Ausbildung und Berufserfahrung mit weiteren Qualifikationen sind Ausgangsbasis des Lebenslaufs. Die wirklich wesentlichen Informationen sollten herausgearbeitet sein, verzichten Sie auf zu detaillierte Einzelinfos oder zu weit zurückreichende Lebensdaten. Lücken im Lebenslauf sind grundsätzlich kein Problem, wenn man sie gut erläutern kann. Zum Thema Lebenslauf gibt es sehr gute Vorlagen oder Lektüre. Gegenlesen am Schluss macht in jedem Falle Sinn.
Ein ausdruckstarkes Bewerbungsbild spiegelt Ihren Charakter und Ihre Persönlichkeit gut wider. Darüberhinaus signalisiert es dem Personalentscheider, dass Sie über Kleidung, Ausdruck und Stil, die Philosophie des Unternehmens verstehen. Ich persönlich finde an dieser Stelle wichtig, dass man sich auf dem Bild selbst gut sehen kann, denn sonst schickt man eine Bewerbung weg und ist vom Eigenbild nicht wirklich überzeugt.
Eine alte Regel im Journalismus heisst: Bild schlägt Text. Ein aussagekräftiges Bild gewinnt mehr an Aufmerksamkeit als der beigefügte Text. Ähnlich ist dies auch bei der Bewerbung. Das Bewerbungsfoto muss freundlich, von den Augen her präsent sein und Kompetenz ausstrahlen, damit es den Personalentscheider überzeugt.
Was sind die 4 ausschlaggebenden Kriterien für ein gutes Bewerbungsbild:
Die Haltung: Wirkt der/die BewerberIn selbstbewusst ? Traut man der/m BewerberIn etwas zu ?
Ihre Kleidung: Ist sie ordentlich, gebügelt ? Auffällig oder dezent ?
Ihr Gesichtsausdruck: Kommt hier Sympathie rüber ?
Ihr Format: Wie stellt sich der Bewerber selbst dar. Hier ist auch Größe und Ausschnitt des Bewerbungsbildes relevant. Heute senden immer mehr Bewerber eine Bildkomposition aus mehreren Bildern, um verschiedene Facetten von sich zu zeigen.